Kontakt: info@tierfreunde-landshut.de Tel: 0871-68 77 504 Navigation: Tierfreunde Landshut | Tierschutz | Heimtiere | Pferde | Haltung

Haltung eines Pferdes

Pferde auf der Koppel

Für die Haltung von Pferden sind folgende Haltungsbedingungen zu beachten:

1. Pferde sind Steppentiere.

Ihre tägliche Fortbewegung verteilt sich über fast 24 Stunden. Der größte Anteil ist dabei der Schritt. Auch bei der Futteraufnahme bewegt sich das Pferd stets vorwärts.

Boxenhaltung über 24 Stunden täglich ist für Pferde ungeeignet und quälend. Davor bewahrt auch die 60-minütige Reitstunde, der Ausritt oder die 20-minütige Longierlektion nicht. Pferde sollten täglich etwa 16 Stunden die Möglichkeit zur Schrittbewegung auf Koppeln oder Auslauf haben.
Positiv: der Trend zum Offenstall.

2. Pferde sind Grasfresser.

In Steppenlandschaften ist das Futter oft knapp, was wiederum Anreiz zur Fortbewegung ist. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über mindestens 16 Stunden täglich in kleinen Portionen.

Pferde müssen die Möglichkeit haben über mindestens 16 Stunden geringe Mengen Futter aufzunehmen, vor allem Rauhfutter. Kraftfutter für arbeitende Pferde sollte in 2 – 3 kleine Portionen aufgeteilt werden.

3. Pferde sind auf Sozialverband angewiesen.

Allein könnten sie in Freiheit nicht überleben. Sie würden schnell Opfer von Raubtieren. Die Gruppe gibt ihnen Schutz und ist deshalb lebensnotwendig.

Pferde sollten nie allein gehalten werden. Es widerspricht ihrem ureigensten Instinkt. Sie sollten in Sozialverbänden leben wobei die kleinste Einheit 2 Tiere sind. Besser sind Gruppen von 4 Tieren aufwärts.

4. Pferde sind Fluchttiere.

Die einzige Möglichkeit einer Gefahr zu entgehen ist Fliehen. Sie sind deswegen weder feige noch dumm.

Pferde müssen stets wachsam sein und fluchtbereit. Sie verfügen daher immer über Reserven ihrer Energie zur eventuellen Flucht. Der Reiter oder Fahrer kann über diese Reserven nicht verfügen.

Das Fluchtverhalten macht uns als Mensch oft Probleme – wir spüren die Angst im Pferd. Halte ich mein Pferd aber artgerecht wie oben dargelegt, habe ich wirklich Dominanz dem Tier gegenüber und hat das Pferd in mich als menschlichen Führer Vertrauen – dann wird das Pferd sein „Problem” an uns weitergeben. Das Pferd wird entscheiden, ob wir die Führungsrolle zu Recht haben. Wenn es uns nicht anerkennt, muss dies Anlass sein, die Beziehung zu durchleuchten.

Westernreiten

 

Pferde-flüstern

Pferdeflüsterer

Als Pferdeflüsterer bezeichnet man Menschen, die besser mit Pferden kommunzieren und umgehen können als andere.

Der bekannteste Pferdeflüsterer ist Monty Roberts, der gerne auch als Vorlage für das mit großem Erfolg verfilmte Buch „Der Pferdeflüsterer” bezeichnet wird.

„Join-Up” und „Follow-Up” nach der Methode von Monty Roberts

In einer kleinen runden Longierhalle („Round Pen”) mit einem Durchmesser von ca. 15 Metern wird das Pferd durch das Zuwerfen einer Longe oder eines Seils in eine künstlich herbeigeführte Fluchtreaktion versetzt. Monty Roberts beobachtete nämlich, daß bei wilden Mustang-Herden das Fehlverhalten der jüngeren Pferde von den älteren (vornehmlich Stuten) oft durch zeitweises Verstoßen aus der Herde bestraft wird. Die normale Fluchtdistanz eines frei lebenden Pferdes beträgt bis zu einer Viertelmeile (rund 400 Meter). Da das Pferd im „Round Pen” jedoch feststellen muß, daß es dem scheinbaren „Angreifer” nicht entkommen kann, sendet es in seiner Sprache bereits nach wenigen Minuten „Verbrüderungssignale” aus, denn ein Ausstoßen in freier Wildbahn hätte früher den Tod bedeutet: Das Ohrenspiel orientiert sich zum „Trainer” im Zentrum hin, das Pferd beginnt zu kauen und zu lecken, es senkt den Kopf tief zum Boden und macht sich rund. In diesem Moment stoppt der Trainer seine Scheinattacken, wendet dem Pferd stillstehend halb den runden Rücken zu und schaut gelassen zum Boden vor sich. Unvermittelt bleibt das Pferd neugierig und – wegen der neuen Situation – unsicher stehen und geht langsam von hinten auf den Menschen zu, der es dafür durch Reiben der Stirn belohnt, ohne ihm dabei allerdings in die Augen zu sehen, da dies einen Angriff signalisieren würde.

Das Pferd hat somit gelernt, daß ihm hier kein feindliches Tier begegnet, sondern ein Wesen, das ihm durch seine Nähe Sicherheit gibt. Geht der Trainer einige Schritte langsam nach rechts oder links, so folgt ihm das Pferd ruhig nach („Follow-Up”), um den jetzt gefundenen „Herdenersatz” nicht wieder zu verlieren. – In gleicher Weise setzt Monty Roberts das Training fort, bis das Pferd mit Sattel und Zaumzeug geritten werden kann, wobei der Zeitfaktor (ca. 30 Minuten) eigentlich völlig nebensächlich ist. Monty sagt: „I don’t ‘break’ horses in 30 minutes, I ‘start’ them. I want the horse on my team.” – Daß sich das Pferd bei seinem Trainer tatsächlich geborgen fühlt, zeigt die Beobachtung, daß es beim Erschrecken (z. B. durch Händeklatschen der Zuschauer) sofort ganz nahe zu ihm läuft, um Schutz zu finden („Join-Up”).

_by_webgen.png" alt="Generated by webgen"/> © Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.