Pferdesport
Der Pferdesport läßt sich in Reitsport, Fahrsport und Bodenarbeit
unterteilen.
Reitsport
Beim Reiten sitzt der Reiter nicht passiv auf dem Pferd, sondern geht
halbaktiv in der Bewegung des Pferdes mit. Das Pferd wird dabei durch
Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und Zügelführung, so genannte
Hilfen, dirigiert. Auch die Stimme ist eine hervorragende Hilfe für
das Pferd, sie ist allerdings bei Dressurturnieren nicht zulässig.

- Dressurreiten
Die Dressur bildet den Grundstein zur Ausübung aller Reitdisziplinen,
welche in verschiedenen Schwierigkeitsstufen
betrieben werden. In der Dressur präsentiert sich die gelernte und
bestehende Harmonie zwischen Reiter und Pferd im Ausführen
der verschiedenen Dressurlektionen.
- Springreiten
Das Durchreiten eines Parcours erfordert sowohl von Reiter als
auch vom Pferd viel Geschick, Kraft, Mut und Koordinationsvermögen
bei der Überwindung der unterschiedlichen Hindernisse. Hindernisse
können z.b der sogenannte Oxer sein, der aus einem Steilsprung
mit einer in beliebigem Abstand variierbaren Stange, besteht. Es
gibt außerdem die Trippelbar, einen einfachen Steilsprung und beim
großen Derby in Hamburg, das auf einem großen Außenplatz stattfindet,
sogar Wälle. Diese bestehen aus einem Hügel, der mit Erde
aufgeschichtet und von Rasen überwachsen ist. Es gibt auch
noch Steilsprünge und Gatter.
- Vielseitigkeitsreiten (früher Military)
Das Vielseitigkeitreiten setzt sich aus den drei Disziplinen Dressur,
Springen und Geländereiten zusammen. (Je nach Schwere der
Prüfung kommen eine Wegestrecke sowie eine Sichtung des
Pferdes hinzu.) Hier benötigen sowohl Reiter als auch Pferd viel
Mut, Ausdauer, Geschicklichkeit und Flexibilität.
- Jagdreiten
Unter Jagdreiten versteht man das Reiten hinter Hunden.
Geritten wird auf einer Geländestrecke mit feststehenden
Hindernissen, alles möglichst naturbelassen. Jagdreiten ist
Pferdesport, es wird kein Wild gejagt. Die Hunde (Meute) jagen
auf der sogenannten Schleppe, die mit einem Duftstoff gelegt wird.
Die Reiter folgen in verschiedenen Feldern und überqueren dabei
die Hindernisse.
Die Fuchsjagd hat sportlich nicht viel mit dem oben genannten
Jagdreiten zun tun. Sie ist in Deutschland (und seit dem 1. Januar
2005 auch in England) verboten.
- Distanzreiten
Das Distanzreiten bezieht sich auf das Reiten von langen Strecken
(30 – 160 km), die hauptsächlich im Trab und Galopp zurückgelegt
werden.
- Orientierungsreiten
Orientierungsreiten ist Wanderreiten mit Karte und Kompass als
Wettkampf. Nach dem eigentlichen Orientierungsritt sind noch
Aufgaben zu meistern, die das Vertauen von Reiter und Pferd
beweisen.

- Westernreiten
Das Westernreiten ist eine aus dem amerikanischen stammende
Reitweise, die sich stark an den Erfordernissen der Arbeit zu
Pferde anlehnt, zu der es Prüfungen in unterschiedlichen Disziplinen
und Schweregraden gibt.
- Voltigieren
Beim Voltigieren werden verschiedene Turnübungen
allein oder in der Gruppe auf dem Pferd ausgeführt und auf
verschiedenen Wettkämpfen vorgestellt.
- Wanderreiten
Wie beim Wandern gibt es auch hier eine hohe Bandbreite. Wanderritte
können allein, in kleinen oder großen Gruppen, geführt oder selbst
organisiert über einzelne oder mehrere Tage bis Wochen durchgeführt
werden. Wie beim Wandern kann man auch hier Reitwanderkarten
erhalten, die getestete und teilweise speziell fürs Wanderreiten
gepflegte Wege mit allen notwendigen Stationen verzeichnen.
Auch für das Wanderreiten können Abzeichen und Lehrgänge
gemacht werden. Es gibt verschiedene Formen, das Wanderreiten
zu praktizieren: sowie in Wettbewerben als auch einfach zur Freizeit.
In jedem Fall steht das gemeinsamme Erleben der Natur im Vordergrund.
- Formations- und Quadrillereiten
Das Formationsreiten bezeichnet das koordinierte Reiten von
verschiedensten Hufschlagfiguren mit einer Gruppe von Reitern.
Systematisiert
und perfektioniert wurde das Formationsreiten in den Kavallerieschulen.
Das Quadrillereiten ist eine Spezialform des Formationsreitens mit einer
durch 4 teilbaren Anzahl von Teilnehmern. Bekannte Formen sind:
- Dressurquadrillen
- Pas de deux
- Springquadrillen
- Fahrquadrillen (besteht aus mehreren Gespannen)
- Tandem- oder Fahrschul-Quadrillen (je1 Reiter führt ein weiteres Pferd vom Sattel aus)
- Historische Quadrillen
- Militärische Formationen
- Rennen rein auf Schnelligkeit ohne Hindernisse

- Galopprennen: die normale Rennform. Jede Gangart ist erlaubt, daher wird immer der Galopp als schnellste Gangart gegangen.
- Trabrennen: der Galopp ist verboten. Hier wird das Pferd nicht geritten, sondern im Sulky gefahren.
- Töltrennen: nur der Tölt ist erlaubt.
- Hindernisrennen
in höchstmöglicher Geschwindigkeit müssen Hindernisse bewältigt
werden.
- Horseball
Eine Art Basketball zu Pferde.
- Polo
Eine Art Hockey zu Pferde.
- Ringreiten
Mit einem Speer muß ein kleiner Ring im Galopp getroffen werden.
Diese Übung entspricht dem „Ringelstechen” das man auch auf
der Landshuter Hochzeit sehen kann.
- Skijöring
Einer reitet, der andere hängt sich dran und fährt Ski. Dabei wird eine
Longierleine auf dem Sattelgurt befestigt. Der Skifahrer hängt sich
ans Ende der Longe. Geritten wird meistens im Galopp.
Therapeutisches Reiten
Außer im Sport und in der Freizeit wird Reiten auch in der Therapie als
Therapeutisches Reiten durchgeführt. Es gibt ein breites Angebot von
Vereinen und Reitschulen, die es auch Anfängern ohne jegliche
Erfahrung und ohne eigenes Pferd ermöglichen ihre ersten Erfahrungen
im Umgang mit dem Pferd zu sammeln. Daneben besteht die Möglichkeit
das Reiten in einem so genannten Reiterurlaub zu erlernen. Dieser
Reiterurlaub kann sich neben den Anfängern durchaus auch an sehr
fortgeschrittene Reiter wenden, die neue Reitweisen erlernen, oder
auch einfach einmal eine Weile auf anderen Pferden reiten wollen.
Fahrsport
Fahrsport bezeichnet im weitesten Sinne das Fahren mit
Pferdefuhrwerken als Sport und zu Hobbyzwecken.
Einzeldisziplinen sind:
- Dressur
- Marathon
- Kegelfahren
- Geländefahren
Handarbeit/Bodenarbeit
Das Arbeiten des Pferdes vom Boden aus, das heißt ohne zu Reiten.
Bodenarbeit ist dabei der Oberbegriff, dem unterzuordnen sind
beispielsweise Longenarbeit, Zirkuslektionen, Freiarbeit, reines
Dominanztraining – wie es im Join Up praktiziert wird – und die
Handarbeit.Im engeren Sinne der klassischen Reitkunst ist die
Handarbeit eine Technik, bei der ein Pferdeführer ein Pferd führt
und dabei hinter oder schräg hinter dem Pferd mitgeht. Dabei ist
die Arbeit an einem langen Zügel genauso möglich, wie die Arbeit
mit einer Doppellonge. Bei der Arbeit am langen Zügel steht der
Pferdeführer seitlich neben dem Pferd. Es ist aber auch möglich
am einfachen Zügel mit dem Pferd zu arbeiten, das wird insbesondere
im iberischen Raum praktiziert. Das Pferd kann dabei praktisch alle
Lektionen bis zur hohen Schule erlernen und ausführen. Lektionen
können so erst an der Hand erarbeitet werden, ohne das für das
Pferd störende Reitergewicht. Ist der Bewegungsablauf und das
Bewegungsmuster gefestigt, lassen sich so die Lektionen auf das
Reiten übertragen.
Auch beim Westernreiten wird die Bodenarbeit intensiv genutzt.
Häufig wird dem Pferd für die Bodenarbeit ein spezielles
Knotenhalfter verpasst, das eine stärkere Einwirkung als ein
normales Stallhalfter erlaubt. Einige Westernreitlehrer wie etwa
Pat Parelli haben die Bodenarbeit unter dem Namen
„Natural Horsemanship” zu einem eigenständigen Bestandteil
der Ausbildung des Pferdes entwickelt.
Leistungspflügen
Leistungspflügen ist eine Wiederbelebung jahrhundertealter
Traditionen. Mit Pferden und (meist) Einscharpflügen werden
festgelegte Bereiche eines Stoppelackers (z.B. 10×40 m) gepflügt.
Die Bewertung erfolgt neben dem Allgemeinbild des gepflügten Ackers
nach der Furchentiefe, Schnittfurche und Schlußfurche. Ebenso wird
die Handhabung der Pferde bewertet.
Üblicherweise tritt neben dem Pflüger ein Pferdeführer an, einige
beherrschen neben dem Pflügen das gleichzeitige Führen der Pferde.