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Degu

Der Gewöhnliche Degu (Octodon degu) ist eine Art aus der Gattung der Strauchratten.

Die Tiere sind etwas kleiner als eine Ratte, mit denen sie immer wieder verwechselt werden. Ihre Hinterbeine sind jedoch deutlich länger als die Vorderbeine, dies erlaubt den Tieren weite Sprünge. Auffallend sind auch die borstenartigen Haare am Ende des langen Schwanzes.

Degus stammen aus den Hochebenen Chiles und werden dort in offenen Landschaften bis in einer Höhe von 1200 m gefunden.

Auch wenn es sehr süße Tiere sind, in Chile gelten Degus als Plage, da sie zwar einerseits scheu, aber andererseits auch sehr neugierige Wesen sind. Außerdem können sie in kurzer Zeit immensen Schaden anrichten, da sie alles erst einmal begutachten und fast alles mitnehmen. Außerdem graben sie tiefe Höhlen ins Erdreich, was auf Feldern sicherlich keine Begünstigung ist.

Ernährung

Degus ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Rinden und Wurzeln, eine Palette, die bei den mittlerweile gerne als Heimtiere gehaltenen Tieren auch in Gefangenschaft berücksichtigt werden muss. Obst führt aufgrund des Fruchtzuckers zu Diabetes, energiereiche Körner (Sonnenblumenkerne) zu Verfettung.

Es gibt im Handel schon spezielles Futter für Degus. Aber es findet noch keine große Verbreitung. Sie können alternativ auch Meerschweinchenfutter benutzen. Auf jeden Fall muss es trocken sein und darf keine Früchte und Nüsse enthalten. Jeden Tag frisches Wasser ist selbstverständlich. Degus trinken zwar nicht viel, aber ein bisschen davon brauchen sie eben doch. Als Futterschale sollten sie etwas stabiles und großes benutzen, da Degus gerne direkt im Futter sitzen und dann Streit schnell vorprogrammiert ist. Hin und wieder kann man ihnen auch eine Nuss geben, aber nur selten, da sie viel Fett enthalten und das ist für einen Degu nicht besonders gesund. Auch trockenes Obst kann gegeben werden, sollte aber aufgrund seines Zuckergehaltes höchstens einmal im Monat gegeben werden. Trockenes Brot ist absolut tabu.

Vermehrung

Weibliche Tiere werden nach circa 8 Wochen geschlechtsreif, männliche wenige Wochen später. Nach einer Tragezeit von etwa 3 Monaten werden etwa 2 bis 10 Jungtiere geboren. Die „Muttertiere” sind unmittelbar nach der Geburt wieder zeugungsfähig.

Degus erreichen in Gefangenschaft ein Alter von 4 bis 7 Jahren, in freier Wildbahn werden sie als Beutetier im Schnitt nur 1 Jahr alt.

Unterbringung

Degus im Käfig

Degus brauchen ganz besonders viel Platz, da sie sehr schnell laufen und außerdem höchstens beim Schlafen auch mal länger ruhig sitzen. Außerdem sind sie hervorragende Kletterer und nutzen diese Fähigkeiten auch ausgiebig. Es gibt eigentlich keine direkte Empfehlung, in was man die Degus unterbringt. In einem Käfig ist es schwer die Tiere zu beobachten, in einem Aquarium ist selten die Belüftung vom Vorteil. Sollte also genügend für die Belüftung getan werden, ist ein Terrarium das Beste. Es ist dabei auch wesentlich leichter einen Degu zu fangen, wenn man große Türen hat und die Reinigung ist auch einfacher. Sollten sie dennoch einen Käfig bevorzugen, sollten sie auf vieles vorbereitet sein. Es ist zuerst sehr wichtig einen Metallboden zu haben (überhaupt ist es wichtig, die Unterkunft ausschließlich aus Glas oder Metall zu haben). Die meisten Käfige haben einen Plastikboden, aber durch den kommen Degus innerhalb weniger Stunden. Auch sollten die Metallstangen keine Plastikummantelung haben. Degus knabbern immer und überall und es ist ihrer Gesundheit nicht besonders förderlich, sollten sie kleine Plastikteile verschlucken.

Das Einrichten sollte so fantasievoll und abwechslungsreich wie möglich sein. Am Geeignetsten sind Wurzeln aus dem Fachmarkt, da diese keine Schädlinge beinhalten und außerdem lassen sich Wurzeln sehr gut „verknoten” und man kann so eine gute Verflechtung zustande bringen. Auch Steine sind wichtig. Degus sitzen gerne auf ihnen, da es gut für ihre Krallen ist. Außerdem sollte man jeden Tag seinen Schützlingen ein Sandbad zur Verfügung stellen, das sie für ihre Fellpflege brauchen. Nicht nur, dass das absolut putzig aussieht, es zieht außerdem das Fett aus dem Fell und gibt ihm wieder das geschmeidige, glänzende Aussehen.

Der Standort ist auch nicht unwichtig. Am Schönsten ist ein Platz in der Ecke des Zimmers. Dort sollte dann auch ihre Höhle stehen, da Degus sich bei Gefahr irgendwohin zurück ziehen müssen. Gut wäre es, wenn eine Seite tagsüber von Sonne bedeckt wird und eine Seite gleichzeitig im Schatten ist. Außerdem ist es wichtig, das die Unterkunft in Höhe des Menschen ist oder aber sie nähern sich ihren Nebenmietern in ausschließlich geduckter Haltung. Für Degus stellt es eine Bedrohung dar, wenn jemand oder etwas größer ist als sie. Wenn sie höher oder auf Augenhöhe sitzen (zum Beispiel auf den Ästen), kommt es am ehesten zu einem Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Degus haben ein sehr gutes Gedächtnis und erforschen ständig alles. Von daher ist es für sie ein wahres Paradies ihr Territorium in völlig neuem Gewand wieder zu finden. Das merkt man ihnen auch an ihrer (noch zusätzlich) erhöhten Aktivität an. Allgemeinhaltend sollte man jede Woche die Unterkunft reinigen und dabei auch gleichzeitig alles umstellen.

 

Degu

Verhalten

Degus sind sehr soziale, gesellige Tiere, für die es eine Qual ist, allein zu leben. In freier Wildbahn leben sie in kleinen Familien, die sich wiederum in Kolonien mit bis zu 200 Tieren zusammenschließen.

Sie dürfen daher niemals einzeln gehalten werden! Selbst ein fremdes Tier, kann andere Degus nicht ersetzen. Die meisten einzeln lebenden Degus werden zurückhaltend und mit der Zeit hören sie auch auf zu fressen.

Degus haben keine streng hierarchische Ordnung. Der größte Degu wird oft auch als Alphatier gesehen. Er ist auch der Erste, der fressen darf. Trotzdem machen viele andere Degus ihm diesen Platz streitig. Nur in seltenen Fällen kommt es dabei auch zu einem wirklichen Übergriff. Degus kämpfen beinahe ausschließlich in einer ausgestreckten auf zwei Beinen stehenden Haltung. Sie schubsen sich mit den Vorderpfoten so lange, bis einer von ihnen mit den kräftigen Hinterpfoten seinen Konkurrenten wegschubst. Ein Degu kann dabei mehrere Zentimeter weit „fliegen”, verletzt sich aber nur selten. Es gibt aber auch die schweren Fälle, bei denen sich die Konkurrenten wirklich beißen. Da diese Tiere äußerst scharfe Schneidezähne besitzen, können sich solche Handlungen schnell zu Tötungen hinauf spitzen.

Degus haben ständig einen Beobachter (oder mehrere) die das umliegende Geschehen betrachten und je nach Gefahr einschätzen. Degus sind leicht zu erschrecken und wenn erst einmal der helle und laut piepsende Warnruf ausgesendet wurde, verschwindet der Rest in Sekundenschnelle in ihren Höhlen. Selbst fremde Familien oder Konkurrenten hören auf diesen Ruf. Es dauert dann aber allerdings auch keine zehn Sekunden, bis die ersten (meistens die älteren Tiere) wieder den Kopf herausstrecken um zu sehen, was die „Gefahr” nun eigentlich genau ist.

Haltung von Degus

Degus zu halten ist ein nicht immer einfaches Vergnügen. Man sollte auf jeden Fall eine Menge Geduld haben und auf vieles gefasst sein. Das Wichtigste ist, das diese Tiere niemals alleine gehalten werden dürfen. Am Besten ist eine Mischung aus einem Männchen und zwei Weibchen. Je mehr Platz da ist, umso mehr Degus kann man natürlich haben. An sich ist die Aufteilung vollkommen egal. Selbst eingeschlechtliche Haltung (nur Männchen oder nur Weibchen) ist kein Problem.

Ansonsten sind sie sehr einfach zu haltende Tiere, da sie nur wenig Geruch verbreiten (aufgrund ihrer sehr trockenen Nahrung) und außerdem meist tagaktiv sind.

Achtung! Degus brauchen viel Beschäftigung (am liebsten mit dem Halter) und Abwechslung! Ansonsten bekommen sie Langeweile und nerven ununterbrochen mit Aktionen wie Gitternagen!

Zähmung

Im klassischen Sinne kann man einen Degu nicht wirklich zahm machen, dafür sind sie zu eigenwillig und zu neugierig, zu verspielt und zu intelligent. Aber mit einer gewissen Geduld, werden sie ihnen ihr Verhalten mit einem großen Vertrauen danken. Das fängt an bei der Vorfreude auf sie, wenn sie das Zimmer betreten bis hin zu einer Art Hilfseltern für den Nachwuchs. Allerdings sollten sie dabei gewisse „Spielregeln” beachten, denn das Vertrauen ist schneller gebrochen, als es wieder hergestellt ist. Als erstes keine hektischen Bewegungen, die sieht ein Degu sofort als Bedrohung. Dann sollten sie einen Degu niemals (außer in ganz besonderen Ausnahmefällen) von oben greifen. Das liegt daran, das der einzige natürliche Feind des Degus Greifvögel sind. Besser ist die Schaufelhaltung, bei der sie den Degu ihre flachen Hände von beiden Seiten unterschieben. Das ist ohnehin für beide Parteien am Angenehmsten. Drittens nähern sie sich einem Degu nicht so, das sie größer oder viel größer erscheinen als er. Entweder sie gehen in eine geduckte Haltung oder sie haben die Unterkunft sowieso hoch genug gebracht.

Was sie einem Degu nie abgewöhnen werden können, ist seine unglaubliche Knabbersucht. Degus müssen alles anknabbern. Erschrecken sie nicht, wenn einer dieser Wesen ihnen ein paar Mal in die Haut knipst. Dieser Vorgang ist normal, da sie prüfen müssen, ob sie schmackhaft sind (keine Sorge, sie werden es nicht sein). Ein echter Degu-Biss tut weitaus mehr weh, also lassen sie die Tiere ihre Arbeit ruhig verrichten. Natürlich dient das Knabbern auch dem Abschleifen der Zähne. Aber Deguzähnen widersteht so leicht nichts. Selbst dünne Metallplatten sind kein Problem für sie. Und für Kabel brauchen sie keine halbe Stunde.

Außerdem sind Degus aufgrund ihrer hohen Intelligenz wahre Ausbrecherkönige. Käfigtüren hochheben, anderthalb Kilo schwere Glasscheiben verschieben und Metallplatten zernagen sind nur einige Erlebnisse, die Degu Besitzer immer wieder erleben können.

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