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Mäuse

Mäuse sind mit fast 500 Arten und ca. 100 Gattungen die artenreichste Familie unter den Säugtieren. Dabei sind unterschiedliche Größen von 7 bis 10 cm möglich. Schon seit 8000 Jahren sind Mäuse die Begleiter des Menschen. Diese machten es ihnen mit ihren Speicherkammern und Feldbewirtschaftung sehr leicht ausreichend Nahrung zu finden. In China werden sie bereits seit ca. 2000 Jahren für heilige Rituale oder als Glücksbringer gezüchtet. Leider wurden sie auch viele Jahre, und teilweise auch heute noch, als Versuchs- und Futtertiere gehalten.

Die richtige Unterbringung

Da Mäuse immer in Gruppen gehalten werden sollen ist die richtige Größe des Käfigs sehr wichtig. Eine Größe von (mindestens) 80×50x40 cm³ ist ausreichend für bis zu 10 ausgewachsene Tiere. Besser wären aber natürlich noch größere Käfige! Am besten hat sich für die Unterbringung von Mäusen ein Terrarium oder altes Aquarium mit Deckel geeignet. Dort können die Tiere nach Herzenslust graben ohne das die Streu im Zimmer verteilt wird. Außerdem kann man die Mäuse dann auch viel besser ohne die lästigen Gitterstäbe beobachten. Das soll nicht heißen das man sie nicht auch in einem Gitterkäfig halten kann; dabei ist darauf zu achten, dass der Gitterabstand nicht mehr als 0,8 cm beträgt. Des weiteren sollten in der Unterbringung auch wie bei den Ratten und Hamstern mehrere Ebenen vorhanden sein, die mit Rampen verbunden sind. Mäuse mögen es ruhig und hell, es sollte aber nicht direkt in der Sonne stehen. Die ideale Raumtemperatur beträgt 20 Grad. Im Inneren des Käfigs sollten möglichst mehrere geräumige Häuschen stehen, in denen sich die Mäuse bei Bedarf verstecken können. Gerne nehmen sie auch Hamsterhäuschen, Wellensittich Nistkästen, oder Kokoshäuschen an. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt, man muss nur darauf achten, dass keine Öffnung kleiner als 5 cm im Durchmesser beträgt, da die Mäuse dort sonst leicht stecken bleiben können.

Das gehört nicht in den Käfig

Genau wie ein Laufrad oder eine Hamsterlaufkugel sollte in einem Käfig keinesfalls Häuschen oder Mäusespielzeug aus Plastik verwendet werden, da diese angeknabbert werden. Das Verschlucken ist sehr gefährlich, da sich Verdauungsprobleme daraus ergeben können. Auch Leitern mit Sprossen eignen sich nicht, da sich die Tiere damit verletzen können. Gitteretagen sind ebenfalls nicht geeignet, da sich die Tiere immer Festkrallen müssen und auch Haltungsschäden dadurch auftreten können. Auch einige Nadelhölzer können giftig für Mäuse sein und sind daher nicht als Käfiginhalt zu verwenden.

Was man seinen Mäusen Gutes tun kann

Da Mäuse auf Grund ihrer geringen Größe sehr leicht unter und hinter Möbel klettern können ist abzuraten, sie in der Wohnung frei laufen zu lassen. Für den Bewegungsdrang sollten andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, z.B. kann man einen Tisch mit einer ca. 10cm hohen Umrandung versehen und dort einen kleinen Mäusespielplatz einrichten. Aber auch ein Käfig, der groß genug und vor allem abwechslungsreich gestaltet wird, reicht meist aus. Man kann Äste von Obstbäumen zum Klettern und Spielen anbieten. Auch im Fachhandel gibt es zahlreiches Spielzeug aus unbehandelten Holz. Durchlöcherte Äste, Heunester, Pappröhren, Korkröhren, Wurzeln für Aquarien sorgen dafür das sich die Mäuse ausreichend bewegen und beschäftigen können.

Ernährung

Neben dem immer ausreichend vorhandenem frischen Wasser sollte immer Futter vorhanden sein. Da Mäuse gewöhnt sind, in freier Natur ihr Fressen erarbeiten zu müssen, ist es am besten, nicht ihr gesamtes Futter in einem Napf anzubieten. Besser ist es wenn man etwas Futter im Käfig verstreut. Die Hauptnahrung von Mäusen besteht hauptsächlich aus Körnermischungen. Diese kann man sich entweder im Fachhandel kaufen oder sie sich aus Haferflocken, Weizenkörnerflocken, Gerste, Roggen, Sommerweizen, Kolbenhirse, Buchweizen, verschiedene Gras- und Kräutersamen (Kleinsämereien sollten ca. 40 % des Trockenfutters ausmachen), grüner Hafer, Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot, Trockengemüse (Rote Beete, Möhren, Kohlrabi) und Trockenkräuter, in geringen Mengen auch: Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne, Rosinen, getrocknete Äpfel und Pfirsiche, auch mal ausnahmsweise ein Bananenchip, Wellensittichfutter, ungezuckerte Corn Flakes, ungezuckertes Früchtemüsli, rohe Nudeln selbst zusammenmischen. Außerdem ist für eine ausgewogene Ernährung auch Obst und Gemüse angebracht. Wichtig dabei ist, das es mehr Gemüse als Obst sein sollte. Als gut geeignet haben sich beim Gemüse Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, frischer Mais (nur wenige Körner!), Tomaten (ohne Grün, giftig!), Kürbis, Broccoli, Blumenkohl, Sellerie, rote Beete und Zucchini geeignet. Sie können auch verschiedene Salatsorten verfüttern, aber immer nur in geringen Mengen, da sie meist stark nitrathaltig sind und in großen Mengen zu Durchfall führen können. Zu empfehlen sind: Feldsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat, Mangold und Bio Kopfsalat. Bei den Obstsorten werden Äpfel, Bananen, Weintrauben (ohne Kern), Orangen und Mandarinen (sehr wenig), Birnen, Kiwi und Melonen sehr gerne genommen. Auch verschiedene Beeren sind zum Verfüttern geeignet (immer nur eine Beere pro Tag) z.B. Erdbeeren (nur ein viertel), Johannisbeeren; Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren .

Gefährliche Pflanzen

Neben den verträglichen und gut verdaulichen Pflanzen gibt es eine ganze Reihe Pflanzen die hochgiftig sind. Darunter sind u.a. Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hyazinthe, Ilex, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Robinie, Sauerklee, Schlierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse (alle). Diese dürfen nie verfüttert werden oder in der Nähe von Mäusen sein.

 

Kleine Maus

Gesellschaft

Mäuse sind sehr gesellige Tiere. Deshalb ist sehr davon abzuraten sie einzeln über eine längere Zeit zu halten. Um ungewollten Nachwuchs vorzubeugen sollte man Mäuse unbedingt getrennt nach Geschlecht sortiert halten. Es hat sich dabei herausgestellt, dass es leichter ist Weibchen in einer großen Gruppe zu halten als Männchen. Zwar kann es immer vorkommen, dass sich einige untereinander nicht riechen können, das passiert aber bei einer richtigen Zusammenführung weniger. Am besten ist immer wenn man untereinander verwandte Tiere zusammenhält.

Zusammengewöhnung

Wenn man ein neues Tier in eine bestehende Gruppe einführen will sollte am dies am besten auf einen neutralen Boden versuchen. Es genügt auch wenn man den alten Käfig gut mit Essigwasser gereinigt, und einen neuen Standplatz hat. Das vertraute Inventar ist auszutauschen. Es ist auch wichtig, alle Tiere, wenn möglich gleichzeitig zu vergesellschaften. Bei einem einzelnen Tier dessen Partner z.B. verstorben, ist sollte man etwa 4-5 Tage warten um ihn einen neuen Gefährten zu geben. Bei einzelnen Männchen sollten vorsichtshalber vor dem ersten Kontakt ca. eine Woche immer täglich die Tiere, in den nicht gereinigten Käfig des anderen gegeben werden, damit sie sich schon mal an den Geruch des Anderen gewöhnen.

Achtung: Bitte bei Kämpfen nicht ohne Schutz dazwischen greifen, dies kann zu Bisswunden führen.

Vermehrung

Die Geschlechtsreife setzt bei Mäusen mit 3 Wochen ein. Die Weibchen können bis zu 10 bis 20 Junge pro Wurf zur Welt bringen. Schon 24 Stunden nach der Geburt der Jungen kann das Weibchen wieder gedeckt werden und nach einer Tragzeit von 3 Wochen wieder Junge zur Welt bringen. Es wäre also möglich, dass ein Mäusepaar innerhalb eines Jahres 100 Junge bekommt. Bevor man sich also zur Zucht entscheidet sollte man sich Gedanken machen ob man den Tieren auch ein geeignetes Zuhause bieten oder suchen kann.

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