Tiertransporte
Der Sachzwang billiger Agrarproduktion führt seit Jahrzehnten zur
Konzentration auf immer weniger und immer größere Schlachthöfe.
Die Folgen für die Tiere sind gravierend: Sie müssen immer längere
Fahrten erleiden und geraten in eine immer schnellere und anonymere
Tötungsmaschinerie, in welcher der Anteil gut ausgebildeter, gut
bezahlter und entsprechend motivierter Facharbeiter ständig sinkt.
Warum sind Tiertransporte so lukrativ ?
- Weil mit EU-Geldern in strukturschwachen Gebieten
Großschlachthöfe gebaut wurden, die mit niedrigen
Preisen locken, damit sie ausgelastet sind. Kleine regionale
Schlachthöfe sperren deshalb vermehrt zu.
- Weil Tiere in einem Land billig gekauft werden, um dann in einem
anderen Land geschlachtet und dort als „heimisches” Produkt
verkauft zu werden.
- Weil die EU-Subventionen weiter zugunsten der
Massentierhaltung, der Tierhändler und Transporter-Lobby fließen
und fließen …
- Weil die Gewinnspannen zwischen Ein- und Verkauf jeder
Beschreibung spotten. Ein lebender Esel kostet in der
Ukraine genau so viel wie ein Kilo Eselfleisch in Italien.
Deshalb sind Esel aus der Ukraine oder Pferde aus Weißrussland
sechs Tage nach Sardinien unterwegs. Und deshalb landen
Schafe aus Spanien nach fünf qualvollen Tagen im Transporter in
Griechenland.
Einige Beispiele
Hinter jeder Zahl stehen viele Einzelschicksale (Quelle: Animals Angels)
- 50 Milliarden Tiere (Wassertiere ausgenommen) werden weltweit pro
Jahr in Schlachthäusern geschlachtet. Jedes Tier wird hierfür mindestens
einmal transportiert.
- 30.000 Pferde werden pro Jahr von Polen nach Italien transportiert,
z.B. nach Bari. Entfernung: 2.000 Kilometer
- Im Jahr 2003 wurden rund 170.000 Lämmer von Frankreich nach
Spanien exportiert – und 105.000 Lämmer von Spanien nach Frankreich.