Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.- die Tierschutz Alternative in Landshut -„Das Kind lerne alles tierische Leben heilig halten.“ [Jean Paul (1763-1825)] |
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Quelle: Pressemitteilung des
Die richtige Prophylaxe gegen die gefährlichen Krankheitsüberträger
(animal) Kleine Vampire mit großer Wirkung: Zecken im Hunde- oder Katzenfell sind nicht nur eklig, sondern auch gefährlich. Die Blutsauger können auch den Vierbeiner mit lebensgefährlichen Krankheiten infizieren. Mit vorbeugenden Maßnahmen kann man Borreliose und Co. den Kampf ansagen.
Kaum steigen die Temperaturen über zehn Grad Celsius, werden Zecken aktiv. Hunde, die durch Wald und Wiese stromern, fangen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die kleinen Blutsauger ein. Die Stich der Parasiten ist nicht bloß lästig und verursacht heftigen Juckreiz oder Schwellungen, sondern ist unter Umständen auch gefährlich. So können die kleinen Spinnentiere beim Hund bedrohliche Krankheiten übertragen wie zum Beispiel Borreliose, Ehrlichiose, Babesiose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gegen die Borreliose wird für Hunde im Gegensatz zu Menschen ein Impfstoff angeboten, der in seiner Wirkung in Deutschland allerdings fraglich ist. Der Impfstoff gegen Babesiose ist in Deutschland nicht zugelassen. Gegen die anderen Krankheiten kann man nicht impfen.
Um Waldi, Bello und Co. vor ungebetenem Besuch zu schützen oder den kleinen Biestern den Appetit zu verleiden, bietet der Handel eine Vielzahl von Produkten an. Zur Auswahl stehen Halsbänder, Sprays, Spot-on-Präparate, Pulver oder Shampoos. Viele dieser Anti-Parasitika sind mittlerweile auch in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Doch nicht alle Zeckenmittel sind wirksam oder für jeden Hund geeignet. Welches Produkt für Ihren Vierbeiner in Frage kommt, erfahren Sie am besten bei Ihrem Tierarzt. Nur dieser kann Sie ausführlich beraten und auf mögliche Nebenwirkungen aufmerksam machen.
Viele Sprays oder Pulver sind nur wenig wirksam. Zudem stört der oft starke Geruch Zwei- wie Vierbeiner gleichermaßen. Bei Spot-on-Präparaten werden die Tropfen direkt ins Nackenfell der Hunde geträufelt. Der Wirkstoff verteilt sich innerhalb eines Tages und lagert sich in der obersten Hautschicht ein. Diese Behandlung muss regelmäßig alle vier Wochen durchgeführt werden. Einige der Produkte sind hochwirksam, andere nur mäßig. Fast alle Spot-on-Produkte gegen Zecken enthalten problematische Inhaltsstoffe. Auch hier hilft der Tierarzt bei der Wahl des richtigen Mittels und gibt Tipps für die Anwendung.
Bei den Halsbändern gibt es große Qualitätsunterschiede. Bevor Sie unnötig Geld ausgeben, sollten Sie daher Ihren Tierarzt fragen, welche Produkte sinnvoll sind. Ein Nachteil von Halsbändern ist, dass sie oft gesundheitsbedenkliche Wirkstoffe enthalten. Zudem müssen die meisten möglichst vor dem Kontakt mit Wasser abgenommen werden.
Inzwischen gibt es jedoch ein Halsband, das den gegen Zecken, Milben und andere Insekten hochwirksamen und für Hunde ungiftigen Stoff Deltamethrin enthält. Dieser Stoff breitet sich durch die Lipid(Fett-)schicht der Hundehaut über den ganzen Körper aus, da er im Blut unlöslich ist. Die Abgabe erfolgt direkt und ausschließlich auf das behandelte Tier. Der Vorteil: Deltamethrin wirkt nicht nur gegen Zecken, sondern auch gegen Sandmücken, die – vor allem im Mittelmeerraum – Leishmaniose übertragen. Das geruchlose Protectorband, das auch im Wasser nicht abgenommen werden muss, wirkt bis zu sechs Monate.
Der Wirkstoff wird weltweit in enormen Mengen produziert und in der Landwirtschaft großflächig als Insektizid eingesetzt. Er gilt als das effektivste aller bekannten Insektizide und Akarizide (Milben abtötende Gifte). Eine toxische Wirkung auf Säuger und Vögel ist dagegen nur bei extremer Überdosierung nachweisbar. Für Fische und andere im Wasser lebende Organismen kann der Wirkstoff schädlich sein. Aus dem Protectorband kann allerdings kaum Wirkstoff ins Wasser übergehen, da er in einem wasserabweisenden Komplex gebunden ist.
Ein altes Hausrezept rät zu Knoblauch. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass die Knolle als Futterbeigabe oder Körperspray zuverlässig wirkt. Auf jeden Fall sollte der Hund nach jedem Spaziergang und die Katze mindestens einmal täglich nach Zecken abgesucht werden. Bevorzugte „Andock-Stellen” sind die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln.

Ixodes ricinus (li) und D. reticulatus (re) (beides Weibchen).
Foto: R. Friedrich
Ist der Holzbock mit gefährlichen Erregern infiziert, wie Borrelien, Anaplasmen und FSME-Viren, kann er diese während seiner Blutmahlzeit übertragen. Borrelien können beim Hund Gelenkentzündungen verursachen, die ein wechselseitiges Hinken sowie Fieber bewirken.
Anaplasmen befallen Blutzellen und bewirken eine Erkrankung, die als Anaplasmose bezeichnet wird. Ihre Symptome sind unter anderem Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Schwellungen an den Gliedmaßen, Beeinträchtigungen des Zentralnervensystems sowie Gelenkentzündungen. FSME-Viren verursachen – anders als beim Menschen – beim Hund nur ganz selten schwere neurologische Symptome.

Dermacentor reticulatus (Männchen) Körperlänge 4 mm. Foto: R. Friedrich
Die Auwaldzecke hat sich mittlerweile in vielen Gegenden Deutschlands stark ausgebreitet. In den Isarauen bei München, in der Regensburger Gegend, im Oberrheingebiet, Saarland und in der Region Berlin und Brandenburg sind diese Zecken mit Babesien infiziert.
Sie sind die Erreger der gefährlichen, manchmal sogar tödlich verlaufenden Babesiose. Ähnlich wie bei der Malaria werden durch die Babesien die roten Blutkörperchen beim Hund zerstört.
Die braune Hundezecke ist ursprünglich eine mediterrane Art, wird allerdings auf Grund des zunehmenden Hundetourismus vermehrt nach Deutschland eingeschleppt. In beheizten Räumen/Zwingern ist sie mancherorts auch nördlich der Alpen heimisch geworden. Sie überträgt Babesien sowie gefährliche Ehrlichien.