Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.- die Tierschutz Alternative in Landshut -„Nach manchem Gespräch mit Menschen, hat man den Wunsch, einen Hund zu streichen, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.“ [Maxim Gorki (1868-1936)] |
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Schon seit sehr langer Zeit ist der Hund, der „beste Freund des Menschen”, unser Wegbegleiter. Aber nicht immer wird er als solcher behandelt. Ihm dann das Vertrauen in den Menschen wiederzugeben ist eine zwar manchmal aufwendige, aber stets lohnende Aufgabe. Tierschutz, die Verantwortung des Menschen für das Tier, beginnt vor der eigenen Haustüre und bereits vor der Anschaffung eines Haustieres.
Die Gründe sind so vielfältig wie die betroffenen Hunde selbst. Nur ein kleiner Teil muss aus triftigem Grund aus seiner gewohnten Umgebung fort — etwa wenn der Besitzer gestorben ist oder sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um sein Tier kümmern kann. In den letzten Jahren dient „Allergie” oder „Umzug” häufig als elegante Ausrede dazu, sein Tier ins Tierheim abzuschieben.
Moderassen wie Golden Retriever oder Westie wurden unüberlegt gezüchtet oder aus Prestigegründen gekauft. Unbedachte Anschaffung, Kosten, Urlaubspläne, unerwartete Größe oder auch Ehescheidungen führen häufig dazu, dass der vierbeinige Hausgenosse auf der Straße bzw. im Tierschutz landet.
Der Großteil der Hunde aus zweiter Hand hat eine mehr oder weniger lange Zeit im Heim hinter sich. Eine längere Zeit meist dann, wenn sie bereits älter als drei Jahre sind, größer als Kniehöhe sind, der häufigen Kategorie „Schäferhundmischling” angehören oder zu den so genannten Problemhunden zählen, die einen erfahrenen Hundehalter benötigen. Viele großartige Hunde warten auf ein neues Zuhause und an Vielfalt in Rasse, Größe, Alter und Charakter ist mit Sicherheit kein Mangel.
Wenn Sie eine bestimmte Rasse vorziehen sollten Sie sich bei spezialisierten Notvermittlungen im Internet umsehen (z. B. unter www.hundeadressen.de) Abstammungstafel und Zuchtpapiere werden Sie allerdings nicht bekommen, aus tierschützerischen Gründen.
Welpen und Junghunde finden erfahrungsgemäß am schnellsten einen neuen Platz. Da gerade sie gerne spontan mitgenommen werden, um bei nächster Gelegenheit wieder da zu landen wo sie herkommen, finden die Vor- und Nachkontrollen und die Selbstauskunft bei den Tierschutzvereinen große Beachtung. Das alles geschieht im Interesse des Tieres und sollte für jeden Tierfreund verständlich sein! Angaben zum Mietverhältnis oder eigenen Haus und zu den finanziellen Verhältnissen gehören ebenso zu den Informationen, die dem Tierschutzverein ein Bild von Ihnen geben wie die Frage, ob Sie schon einmal einen Hund abgegeben haben. Wichtig ist auch, ob Kinder im Haus sind, ob Sie Hundeerfahrung haben usw., da man beispielsweise einem Anfänger kein Problemtier mitgibt.
In der Regel ist ein Hund aus dem Tierheim untersucht, entwurmt und geimpft, was natürlich mit Kosten verbunden ist. Eine Abgabespende in Höhe von 150 bis 200 Euro ist nicht zu viel verlangt. Nebenbei schreckt diese Spende Händler ab, die billig zu neuer „Ware” kommen wollen. Nicht um einem wahren Hundefreund einen Stein in den Weg zu legen, sondern im Interesse des Tieres müssen Sie außerdem einen Schutzvertrag unterschreiben, der Sie dazu verpflichtet den Hund artgerecht zu halten, bei Krankheit einen Tierarzt aufzusuchen, nicht zu züchten und das Tier nicht weiterzugeben.
Abgesehen von über Zeitung, Fernsehen oder auf anderem Wege vermittelten Hunden aus dem Tierschutz finden sich jede Woche lange Listen abzugebender Tiere im Anzeigenteil der Zeitungen. Vorsicht ist geboten, wenn viele verschiedene Rassen auf einmal angeboten werden, da diese oft aus Massenzuchten stammen. Angesichts des vielen Hundeelends müssen verantwortungslose Massenzüchter nicht auch noch unterstützt werden.
Wenn ein ausgewachsener Hund abgegeben werden soll, gehen Sie den Gründen genau nach, vielleicht ist er nicht erzogen oder hat gar Verhaltensstörungen, denen Sie nicht gewachsen sind. Generell ist es natürlich besser, wenn der Vierbeiner ohne Umwege gleich zum endgültigen Besitzer wechselt. Im Allgemeinen erfahren Sie dabei mehr über Ihren zukünftigen Gefährten und können in seinem bisherigen Zuhause seinen Charakter besser einschätzen.
Im Zweifelsfall sollten Sie sich von uns beraten lassen.
Erstellen Sie eine Liste der Eigenschaften, die Ihr zukünftiger Hund haben sollte und besprechen Sie mit den Pflegern, welcher Hund am ehesten in Frage käme. Legen Sie sich aber bitte nicht endgültig fest bei unwichtigen Dingen wie Fellfarbe und Ähnlichem — schon oft hat ein Blick in ein paar bittende Hundeaugen solche Wünsche über den Haufen geworfen.
Legen Sie sich nicht zu schnell auf einen einzelnen Hund fest. Lernen Sie möglichst viele unterschiedliche Hunde kennen. Oft sind gerade die etwas unscheinbaren oder unaufdringlichen Tiere wahre Goldstücke! Hören Sie auf den Rat von qualifizierten Tierpflegern. Nehmen SIe das Tier nicht sofort beim ersten Besuch mit nach Hause. Auch wenn’s schwer fällt — schlafen Sie noch einmal darüber!
Nehmen Sie sich Zeit, die Hunde, die Sie interessieren, genauer kennen zu lernen und erkundigen Sie sich näher nach ihnen (Namen, Vorgeschichte, Eigenschaften). Spielen Sie mit Ihrem Wunschtier auf dem Hof oder machen Sie einen Spaziergang mit ihm, lassen Sie den Hund dabei aber immer an der Leine! Geben Sie ihm Gelegenheit zu schnuppern und die Umgebung zu erkunden, setzen Sie sich auf eine Parkbank und reden mit ihm — versuchen Sie einfach, mit ihm „ins Gespräch” zu kommen. Lassen Sie ihn Ihre ganze Familie kennenlernen.

Tierheimhunde sind oft verkannte Goldstücke