Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.- die Tierschutz Alternative in Landshut -„Es gelingt dem Menschen, immer mehr Tiere auszurotten - nur nicht das Tier in sich selbst.“ [Wolfgang Eschker (*1941)] |
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Quelle: Pressemitteilung des
Fast jeder zehnte erkrankte Hund stirbt trotz Behandlung
(animal) Die Babesiose, eine gefährliche malariaähnliche Hundekrankheit, breitet sich über ganz Deutschland aus. Die auch Hundemalaria genannte Krankheit, die hierzulande von der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen wird, wurde bereits vor zwei Jahren bei München, Regensburg, am Oberrhein, im Saarland, in Rheinland Pfalz, den Elbauen und Berlin-Brandenburg festgestellt (wir berichteten). Schon damals konnte man nicht mehr ausschließen, dass sich diese Zeckenart mit ihren gefährlichen Erregern über ganz Deutschland ausbreitet und Babesiose nicht mehr als Reisekrankheit gelten kann. Das bestätigte nun auch eine Tierärztebefragung,
die im Auftrag des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte (bpt) im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. 1.300 Tierarztpraxen meldeten 834 Hunde, die an der extrem gefährlichen Hundemalaria erkrankten, ohne dass diese jemals im Ausland waren und sich dort hätten infizieren können.
Etwa jeder zehnte erkrankte Hund starb trotz Behandlung. Aufgrund des milden Winters ist in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg der Hundemalaria zu rechnen. Die schnelle Ausbreitung der Hundemalaria führt Professor Eberhard Schein, Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin, auf eine Besonderheit der Auwaldzecke zurück. Sie überträgt die Erreger der Hundemalaria, die Babesien, direkt auf ihre Brut, so dass alle 3.000 bis 5.000 Eier der infizierten Zecke auch mit den Erregern der Hundemalaria infiziert sind.
Die „Hundemalaria” ist in ihren Symptomen und dem Krankheitsverlauf der menschlichen Malaria sehr ähnlich, auch wenn die Überträger und die Erreger unterschiedlich sind. In beiden Fällen werden die roten Blutkörperchen von Parasiten befallen und zerstören diese. Blutarmut, hohes Fieber und Gelbsucht sind die Folge. In den meisten Fällen stirbt der unbehandelte Hund an Nierenversagen.

Dermacentor reticulatus (Männchen) Körperlänge 4 mm. Foto: R. Friedrich
Der beste Schutz vor der „Hundemalaria” ist die Prävention vor Zecken. Das Absammeln allein bietet keinen sicheren Schutz, da die Zecken ihre Erreger bereits vor dem Entfernen übertragen haben können. Besonders zu empfehlen sind Wirkstoffe mit einer Zweifachwirkung, das heißt zum einen sollen sie die Zecken und auch Mücken durch die so genannte Repellentwirkung abschrecken, zum anderen sie aber auch durch ihre insektizide (und askarizide = akut toxische) Wirkung abtöten, wie zum Beispiel viele Spot-on-Produkte oder Halsbänder. Genaue Auskunft kann Ihr Tierarzt geben.