Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.- die Tierschutz Alternative in Landshut -„Ein Hund denkt: Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich... sie müssen Götter sein. Eine Katze denkt: Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich... ich muss eine Göttin sein.“ [unbekannt] |
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Quelle: Pressemitteilung des
Füchse suchen die Nähe des Menschen und bringen eine tückische Krankheit mit.
(animal) Im Landkreis Starnberg ist laut einer aktuellen Untersuchung der Technischen Universität München und der Universität Hohenheim durchschnittlich jeder zweite Fuchs mit dem Bandwurm (Echinococcus multilocularis) infiziert, der beim Menschen die unheilbare Echinokokkose verursacht. Die lokalen Spitzenwerte für den Fuchsbandwurm-Befall, die man gemessen hat, lagen bei mehr als 80 Prozent. Nach bisherigen Daten des Landesgesundheitsamts soll in Bayern jeder dritte Fuchs den Parasiten in sich tragen. Dies teilte der Deutsche Jagdschutz- Verband (DJV) in Bonn im Juli mit. „Für die Bevölkerung ergibt sich durch den Anstieg insbesondere im Südwesten eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung”, erklärte DJV-Präsident Jochen Borchert.
Der Fuchs – und mit ihm der Erreger – breitet sich seit Mitte der 90er-Jahre insbesondere in Deutschlands Städten stark aus und erreicht dort mittlerweile Dichten, die bis zu zehn Mal höher sind als in Wald und Feld. Mit dem Fuchskot gelangen die Parasiteneier in Gärten, Parks und auf Felder.
Waldfrüchte und Pilze galten lange Zeit als ausschließliche Infektionsquelle für den Kleinen Fuchsbandwurm beim Menschen. Da Füchse jedoch immer weiter in Siedlungsgebiete des Menschen vordringen, sind auch Gartengemüse, Erdbeeren oder Früchte von Streuobstwiesen eine mögliche Infektionsquelle für die leicht durch den Wind verwehten Bandwurmeier. Der DJV weist darauf hin, dass sich bei Obst und Gemüse das Infektionsrisiko durch Wa-schen gegen Null reduzieren lässt. Absolute Sicherheit bietet aber erst das Erhitzen auf über 60 Grad Celcius.
Dr. Thomas Romig, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Parasitologie der Universität Hohenheim empfiehlt Verbrauchern als einfache und effektive Schutzmaßnahmen zudem, nach Freiland-arbeiten die Hände zu waschen und Arbeitskleidung sowie -schuhe nicht mit in die Wohnung zu nehmen. Haustiere, die Mäuse fangen, müssen regelmäßig entwurmt werden. Jäger sollten erlegte Füchse in geschlossenen Säcken transportieren.
Aus Gründen der Seuchenhygiene sowie zum Schutz gefährdeter Wildtierarten ist nach Auffassung des DJV eine stärkere Bejagung der explosionsartig zunehmenden Fuchsbestände sinnvoll.
Um das Risiko für den Menschen von vorn herein zu minimieren, empfiehlt der DJV, Füchse nicht in Siedlungen zu locken – etwa durch gezielte Fütterungen. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört es zudem, mögliche Stellen für einen Fuchsbau – beispielsweise an Gartenhäuschen oder unter Fertiggaragen – zu beseitigen und das Nahrungsangebot zu verringern. Romig: „Banale Maßnahmen wie Speiseabfälle nicht in Säcken vor die Tür zu stellen oder Katzenfutter nachts ins Haus zu räumen, erweisen sich als effektiv”. Siedeln sich Füchse in der Nähe von Schulen an, sei die Bejagung nach Worten des Parasitologen sinnvoll, um das Risiko gering zu halten. Hierzu bedarf es einer Sondergenehmigung durch die zuständige Jagdbehörde.
Und noch ein wichtiger Hinweis: Regelmäßige Bandwurmkuren bei Hunden und Katzen verhindern, dass deren eventuelle Infektion zur Ausscheidung von Bandwurmeiern führt und sich hieran die Besitzer oder ihre mit den Tieren spielenden Kinder infizieren!
Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein. Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Dort pflanzt er sich fort und schadet dabei seinem Wirt kaum. Mit dem Kot gelangen die Parasiteneier schließlich in Wälder, Parks oder Gärten, wo sie von Nagetieren wie Mäusen – den Zwischenwirten – mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Bandwurmeier werden zudem auch leicht vom Wind verweht. In der Mausleber verursachen die geschlüpften Larven innerhalb weniger Monate ein tumorartiges Gewebe. Fängt der Fuchs die geschwächte Maus, wachsen in seinem Darm erneut Fuchsbandwürmer heran. Der Kreislauf ist geschlossen. Gelangen Bandwurmeier mit der Nahrung in den Darm des Menschen, schlüpfen ebenfalls Larven, die in die Leber oder andere Organe wandern. Über einen Zeitraum von Jahren wächst dort ein schwammartiges Gewebe, tumoröse Veränderungen, heran, das die gesunden Zellen des Organs langsam verdrängt. Ohne Behandlung führt diese so genannte alveoläre Echinokokkose zum Tod. Da Frühsymptome meist fehlen, wird die Krankheit oft erst erkannt, wenn Großteile der Leber befallen sind. Eine Operation ist in diesem Stadium so gut wie ausgeschlossen. Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen Infektion und Ausbruch der Echinokokkose 10 bis 15 Jahre liegen können. Nur bestimmte Medikamente, die ein Leben lang eingenommen werden müssen, können die Larvenentwicklung stoppen, jedoch keine vollständige Heilung herbeiführen.
Für Panik gibt es jedoch keinen Anlass, meinen aber die Experten, auch wenn grundsätzlich bundesweit mit einer Infektionsgefahr für den Menschen zu rechnen ist. Beim Fuchs kommt und geht der Bandwurm. Wenige Wochen nach einer Infektion ist der Bandwurm wieder eliminiert. Je nachdem, welche und wie viele Mäuse eine Hundepopulation zu einer gegebenen Zeit gefressen hat, variiert daher die Befallsrate, die jahreszeitlich sehr unterschiedlich sein kann.