Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.- die Tierschutz Alternative in Landshut -„Die Tiere fliehen den Menschen, weil sie Gottes Bildnis im Menschen nicht mehr erkennen können.“ [Manfred Kyber (1880-1933)] |
![]() |
Quelle: Pressemitteilung des
(animal) FIP, Feline Infektiöse Peritonitis, ist eine ansteckende Entzündung der verösen Häute in Bauch und Brustkorb der Katze. Die häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit vor allem bei Jungtieren wird durch ein Virus, in diesem Fall ein Coronavirus, hervorgerufen. Durch das FIP-Virus sterben jedes Jahr mehr als 100.000 Hauskatzen alleine in Deutschland. Coronaviren sind im Regelfall harmlose Durchfallereger, können aber zu den FIP-erregenden Coronaviren mutieren.
Am häufigsten wird der Erreger direkt von Katze zu Katze übertragen. Die Krankheit kann auch von Katzen übertragen werden, die einen völlig gesunden Eindruck machen, aber tatsächlich infiziert sind. Man weiß inzwischen, dass nicht alle Katzen, die sich angesteckt haben, erkranken. Es sind aber noch nicht alle Einzelheiten der Krankheitsübertragung bekannt. Der Krankheitsausbruch ist abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Erreger, von der krankmachenden Wirkung der Erreger und vor allem von der Funktionstüchtigkeit des spezifischen Immunabwehrsystems der Katze. Auffallend ist, dass Rassekatzen stärker gefährdet sind.
Die Virus-Krankheit äußert sich im ersten Stadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen dieser Symptome kann es einige Zeit später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen.
Hierbei unterscheidet man dann eine so genannte feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen mit einer „Bauchwassersucht” einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper abgemagert, haben aber einen dicken, flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen und zu Luftnot führen.
Bei der so genannten trockenen FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieberschüben und teilweise Atembeschwerden. Weil hierbei die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger als bei der feuchten Form.
Wirksame Behandlungsmethoden existieren bislang nicht. Die betroffenen Tiere können symptomatisch behandelt werden, aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass sich der Zustand langfristig verschlechtern wird. Keinesfalls sollte man den Augenblick verpassen, an dem es Zeit wird, den Liebling zu erlösen.
Gegen FIP existiert ein Impfstoff, dessen Nutzen aber unter den Wissenschaftlern höchst umstritten ist. Das Fazit der Fachkreise: Ob der Impfstoff schützt, weiss man nicht, er schadet dem Tier aber wohl nicht.
Man glaubte früher, einen Schutz gegen FIP über die üblicherweise ausgelöste Antikörperbildung im Blut aufbauen zu können. Diese Antikörper beschleunigen jedoch bei einer nachfolgenden Infektion einen Ausbruch der FIP.
Seit 1991 ist eine Schutzimpfung gegen FIP auf dem Markt, die diese Komplikation vermeiden soll. Der Impfstoff (Primucell®) wird direkt in die Nase der Katze geträufelt. In diesem Impfstoff kommt ein genmanipulierter FIPV-Stamm zum Einsatz, der sich nur bei Temperaturen um 31° C vermehren kann, nicht aber bei der normalen Körpertemperatur der Katze von 39° C. Mit diesem Trick will man verhindern, daß das FIPV vom Impfstoff in den Körper gelangt, sich dort vermehrt und somit böse Folgen haben kann.
Es soll also lediglich eine Antikörperbildung in den Schleimhäuten der Nase, des Mundes und des Rachens entstehen. Diese Antikörper wirken also rein lokal. Leider kann es aber trotzdem manchmal in den Blutkreislauf gelangen.
Die Wirksamkeit dieser Impfung wird in der Fachwelt äußerst kontrovers diskutiert. Weitgehend einig ist man sich darüber, daß eine Impfung nur für Katzen zu empfehlen ist, die noch nie Kontakt mit Coronaviren hatten. Aber selbst dann liegt die Schutzwirkung bei deutlich unter 100 Prozent.
FIP ist vor allem in größeren Katzenbeständen ein Problem, also in Tierheimen und Katzenzuchten, da dort sehr viel mehr Katzen mit Coronaviren Kontakt hatten, als dies bei Katzen in Einzelhaltung ohne Freigang der Fall ist.
Die Erreger werden über den Kot ausgeschieden. Da sie im getrockneten Kot mehrere Wochen lang überleben können, ist eine penible Katzenklo-Hygiene eine gute Schutzmöglichkeit.