Tierfreunde Landshut & Umgebung e.V.- die Tierschutz Alternative in Landshut -„Alle Gebilde der Schöpfung sind Kinder des einen Vaters und daher Brüder.“ [Franziskus von Assisi (1182-1226)] |
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Die Igel gehören zu den bekanntesten und sicherlich auch beliebtesten Wildtieren in unserer Gegend. Aus falsch verstandener Tierliebe werden Igel immer wieder vorschnell in menschliche Obhut übernommen. Doch damit leisten sie dem gefangenen Tier keinen Gefallen und für den Artenschutz keinen Beitrag.
Im Spätherbst besteht je nach Witterung immer noch die Möglichkeit, dass Jungigel an Gewicht zunehmen und ausreichend Energiereserven für den Winterschlaf speichern. Schließlich ist der Igel ein Wildtier, das sich seit Jahrmillionen an seine Lebenssituation angepasst hat.
In Deutschland ist es generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – und dazu zählt der Igel – aus der Natur zu entnehmen.
Nur hilfsbedürftige Tiere dürfen in menschlicher Obhut aufgezogen bzw. Überwintert werden:
Nicht jeder Igel braucht Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein!
Eine Igelfütterung ist normalerweise nicht nötig. Wenn man trotzdem einem Igel etwas gutes tun will muss man daran denken, wie sich Igel normalerweise ernähren:
Ihre Nahrung finden Igel mit ihrem hervorragenden Geruchssinn. Auf dem Speisezettel der nachtaktiven Insektenfresser stehen Käfer und deren Larven, Nachtschmetterlings- und Schnakenlarven, Spinnen, Schnecken, Regenwürmer sowie Hundert- und Tausendfüßler, seltener Asseln und nestjunge Mäuse. Gelegentlich verschmähen sie auch Aas nicht oder aufgebrochene Nüsse und süßes Fallobst.
Deshalb eignen sich am ehesten zum zufüttern Hackfleisch oder Hühnerklein. Auch mit Dosenfutter für Hunde oder Katzen kann gefüttert werden. Die Futtermenge sollte je nach Größe des Igels zwei bis drei gehäufte Esslöffel pro Tag nicht übersteigen. Zusätzlich kann noch gekochtes, gehacktes Eigelb (ungewürztes Rührei) gegeben werden. Die beste Fütterungszeit ist Abends, da Igel nachtaktive Tiere sind. Nicht vergessen werden sollte ein standfestes Schälchen mit frischem Wasser.
Auf keinen Fall sollte Igel Milch gegeben werden, da Milch den Verdauungstrakt reizt (Durchfall). So könnten sie aus falsch verstandener Tierliebe den Tieren mehr schaden als nutzen.

Igel dürfen nie vorschnell in menschliche Obhut genommen werden. Wichtig ist , dass man den Tieren Schutzmöglichkeiten im Garten belässt – beispielsweise aufgehäufte Gartenabfälle -, damit sie dort den Winter unbeschadet überstehen können.

Igel sind Wildtiere!
Die zeitweise Aufnahme von verletzten oder stark untergewichtigen Igeln muss sowohl im Sinne des Arten- als auch des Tierschutzes auf Ausnahmen beschränkt bleiben. Zur Erhaltung dieser Tierart ist es effektiver, längerfristig wirkende Maßnahmen zu ergreifen. Die Gelegenheit dazu hat jeder, denn als Kulturfolger leben die meisten Igel in der Nähe des Menschen. Auf den intensiv genutzten agrarischen Flächen finden sie häufig keine Nahrung oder Deckung.
Wirkliche Hilfe erhält der Igel jedoch durch Erhalt, Verbesserung und Neugestaltung seiner typischen Lebensräume. Dies sind vor allem artenreiche Wiesenflächen mit lockerem Baum- und Buschbestand. Hecken, Gebüschgruppen, Waldränder, Holzstapel, Reisighaufen und Scheunen werden als Schlafplätze aufgesucht oder sie dienen als „Kinderstube”. Jeder Gartenbesitzer kann dem Igel eine Heimstatt bieten, indem er im Garten Bereiche mit Wildwuchs und Gestrüpp duldet, einen Reisighaufen errichtet, im Herbst Laub und Fallobst liegen lässt und auf den Gifteinsatz, vor allem auf Schneckenkorn, im Garten völlig verzichtet – und auch den Nachbarn davon überzeugt. Gartenzäune sollten so gebaut werden, dass Igel darunter durchschlüpfen können. Diese Maßnahme kommt übrigens auch anderen Tieren, wie beispielsweise Amphibien, zugute.

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